Strombedarf im Wohnmobil berechnen
Verbraucher eintragen, und der Rechner sagt, wie viel am Tag zusammenkommt, wie lange die Batterie das trägt, wie groß sie für die gewünschte Standzeit sein müsste und welche Solarleistung das nachlädt. Dein Setup bleibt im Gerät — nicht auf einem Server, und auf Wunsch als Datei, die dir niemand löscht.
Planungshilfe, keine Anlagenplanung. Ich bin kein Elektriker und rechne mit Formeln und Erfahrungswerten. Was dabei herauskommt, sind Anhaltswerte für eine Kaufentscheidung — was der Rechner nicht kann, steht unten.
Deine Verbraucher
Was hier steht, ist mein Ausbau als Anschauung — vier Geräte aus meinem T5. Wirf sie raus und trag deine ein; darum geht es.
Die Stundenangaben sind Vorschläge, keine Messwerte — sie sollen ersetzt werden. Wattzahlen und Geräte stammen aus meiner eigenen Liste aus dem T5-Ausbau.
Deine 230-Volt-Geräte verlangen zusammen — W — so groß muss der Wechselrichter mindestens sein, wenn alles gleichzeitig laufen soll. Seine Zuleitung ist die dickste im Fahrzeug: Querschnitt und Sicherung dafür berechnen.
Setup sichern
Deine Liste liegt im Browser dieses Geräts — und darauf sollte man sich nicht verlassen. Safari auf iPhone und iPad löscht lokal gespeicherte Daten, wenn eine Seite sieben Tage lang nicht besucht wurde. Ein Setup, das du im August einträgst, ist im September weg, ohne dass du etwas falsch gemacht hättest. Dazu kommen der neue Rechner, das aufgeräumte Browserprofil und das private Fenster.
Deshalb die Datei. Sie geht nirgendwo hin — sie landet in deinem Download-Ordner, und von dort kannst du sie behalten, verschicken oder auf ein anderes Gerät laden.
Wie gerechnet wird
Alle Formeln stehen hier, damit das Ergebnis nachprüfbar ist. Gerechnet wird im Browser; die Eingaben verlassen das Gerät nicht.
1. Je Verbraucher
Strom [A] = Leistung [W] / Bordspannung [V]
Verbrauch [Ah] = Anzahl × Strom × Stunden am Tag
Verbrauch [Wh] = Anzahl × Leistung × Stunden am Tag
2. Summe mit Aufschlag
Tagesbedarf = Summe aller Verbraucher × (1 + Aufschlag)
Der Aufschlag fängt ab, was zwischen Batterie und Gerät verlorengeht: Leitungen, Laderegler, und vor allem der Wechselrichter, der rund ein Zehntel für sich behält.
3. Wie lange die Batterie trägt
nutzbar [Ah] = Nennkapazität × nutzbarer Anteil
Autarkie [Tage] = nutzbar / Tagesbedarf
Der nutzbare Anteil ist 85 % bei LiFePO4 und 50 % bei Blei und AGM. Rechnerisch gibt eine Lithiumzelle mehr her — praktisch trennt das BMS vorher, Kälte senkt die entnehmbare Menge, und die letzten Prozent liegen unter der Spannung, bei der die meisten Verbraucher noch arbeiten. Wer mit 99 % plant, plant knapp.
4. Und umgekehrt
nötige Nennkapazität = Tagesbedarf × Tage / nutzbarer Anteil
Dieselbe Gleichung, nach der anderen Größe aufgelöst. Beide Wege müssen sich treffen: setzt man die errechnete Kapazität oben ein, kommt genau die gewünschte Standzeit heraus. Das ist geprüft.
5. Solarleistung
nötige Modulleistung [Wp] = Tagesbedarf [Wh] × 100 / Ertrag je 100 Wp
Der Ertrag ist die ehrliche Stelle. Ein 100-Wp-Modul liefert nicht 100 Wh je Sonnenstunde, sondern über den Tag verteilt in unseren Breiten rund 300 Wh im Sommer, flach aufs Dach geschraubt — und im Dezember einen Bruchteil davon. Deshalb ist der Wert hier eine Eingabe und keine feste Zahl.
Was dieser Rechner nicht kann
- Er kennt deine Geräte nicht. Eine Kompressorkühlbox zieht ihre 32 W nur, wenn der Kompressor läuft — das sind je nach Außentemperatur 20 bis 60 % der Zeit. Trag lieber die geschätzte Laufzeit ein als die Standzeit.
- Temperatur. Kalte Batterien geben weniger her, und LiFePO4 darf unter null Grad nicht geladen werden.
- Alterung. Eine Batterie nach fünf Jahren ist nicht mehr die, die auf dem Etikett steht.
- Laden während der Fahrt, Landstrom und Ladebooster. Gerechnet wird der ungünstige Fall: stehen ohne alles.
- Anlaufströme und Spitzen. Für die Auslegung von Wechselrichter und Absicherung zählt nicht der Tagesschnitt, sondern der schlimmste Moment.
- Verschattung. Ein einziger Ast über dem Modul kostet mehr Ertrag als ein bewölkter Tag.
Haftungsausschluss
Dieser Rechner ersetzt keine Fachplanung. Ich bin kein Elektriker. Ich habe für meinen eigenen Campervan-Ausbau Formeln zusammengetragen und in ein Werkzeug gepackt, weil ich sie selbst gebraucht habe.
Die Ergebnisse sind Anhaltswerte für eine Planung, keine Zusage. Maßgeblich sind die Angaben der Hersteller von Batterie, Laderegler, Wechselrichter und Modulen. Arbeiten am Bordnetz können Brand und Sachschaden verursachen; im Zweifel gehört eine Elektrofachkraft dazu. Eine Haftung für Schäden aus der Verwendung dieser Ergebnisse ist ausgeschlossen, soweit gesetzlich zulässig.