# Solarladeregler berechnen: Passt der Regler zum Modul?

Die Frage klingt einfach: Ich habe ein 100-Watt-Modul und eine 12-Volt-Batterie
— welchen Regler brauche ich? Die verbreitete Antwort lautet: Leistung geteilt
durch Spannung, also 100 ÷ 12 = 8,3 Ampere, nimm einen 10-A-Regler.

Diese Antwort ist je nach Reglerart um die Hälfte falsch. Und sie beantwortet
die Frage nicht, an der Regler tatsächlich kaputtgehen.

> **Hinweis in eigener Sache:** Dieser Artikel stand hier schon einmal, seit
> Februar 2023, mit genau der Formel oben und einem kleinen Rechner dazu. Er
> ist neu geschrieben, weil die Formel die Reglerart nicht kennt — und die
> entscheidet. Was der alte Rechner ausgab, war für MPPT zu optimistisch und
> für PWM schlicht zu hoch.

## Was ein Solarladeregler tut

Er sitzt zwischen Modul und Batterie und sorgt dafür, dass die Batterie
geladen und nicht überladen wird. Das ist die eine Hälfte seiner Aufgabe.

Die andere ist weniger offensichtlich: **Modul und Batterie passen
spannungsmäßig nicht zusammen.** Ein „12-Volt-Modul" liefert seine
Höchstleistung bei etwa 18 Volt. Eine 12-Volt-Batterie will je nach Ladephase
zwischen 12 und 14,4 Volt sehen. Was mit der Differenz passiert, ist genau der
Unterschied zwischen den beiden Reglerarten.

## PWM und MPPT — hier trennt sich alles

### PWM: die Spannung wird weggeworfen

Ein PWM-Regler verbindet Modul und Batterie im Takt direkt miteinander. Damit
zieht die Batterie das Modul auf ihre eigene Spannung herunter. Der **Strom**
bleibt dabei ungefähr der, den das Modul liefern kann — die **Spannung**
darüber ist verloren.

Ein 100-Watt-Modul mit 18 Volt bei 5,5 Ampere im Bestpunkt liefert an einer
12,8-Volt-Batterie also:

```
5,5 A × 12,8 V = 70 W
```

**Rund 30 Prozent gehen weg.** Nicht weil der Regler schlecht wäre, sondern
weil er nichts anderes tun kann.

### MPPT: die Spannung wird umgewandelt

Ein MPPT-Regler wandelt. Er nimmt 18 Volt bei 5,5 Ampere und macht daraus
13 Volt bei rund 7,3 Ampere — dieselbe Leistung, minus etwa 3 bis 5 Prozent
Wandlerverlust:

```
100 W × 0,96 ÷ 13,2 V = 7,3 A
```

MPPT heißt „Maximum Power Point Tracking": Der Regler sucht laufend den Punkt,
an dem das Modul die meiste Leistung abgibt. Der wandert mit Einstrahlung und
Temperatur, deshalb wird gesucht statt eingestellt.

### Der Vergleich in einer Zeile

| | 100-W-Modul an 12 V | Ladestrom |
|---|---|---|
| Formel „P ÷ U" | 100 ÷ 12 | 8,3 A |
| PWM, tatsächlich | Modulstrom bei Batteriespannung | **rund 5,5 A** |
| MPPT, tatsächlich | Leistung minus Wandlerverlust | **rund 7,3 A** |

Die verbreitete Formel liegt bei PWM um **50 Prozent** zu hoch. Wer danach
seine Anlage plant, wundert sich, warum die Batterie nicht voll wird.

## Die Größe, an der Regler wirklich sterben

Der Ladestrom ist die Frage, die alle stellen. Kaputt gehen MPPT-Regler aber
an einer anderen: der **Leerlaufspannung des Moduls bei Kälte**.

Jeder Regler hat eine höchstzulässige Eingangsspannung — 75, 100, 150 Volt.
Wird sie überschritten, ist er hin. Sofort und ohne Vorwarnung.

Und die Leerlaufspannung eines Moduls **steigt, wenn es kalt wird**. Das ist
kein Nebeneffekt, sondern Physik der Zelle. Der Temperaturkoeffizient steht im
Datenblatt und liegt meist bei etwa −0,3 Prozent je Kelvin:

```
U_oc(kalt) = U_oc(Datenblatt) × (1 + β × (T − 25 °C))

β ≈ −0,003 /K       T = tiefste zu erwartende Temperatur
```

Ein Modul mit 22,5 Volt Leerlaufspannung bei −10 Grad:

```
22,5 V × (1 + (−0,003) × (−35)) = 22,5 × 1,105 = 24,9 V
```

Einzeln unkritisch. **Zwei in Reihe sind schon 49,7 Volt** — und ein Regler
mit 50 Volt Grenze steht dann genau auf der Kante, an einem klaren Wintermorgen
bei Sonnenaufgang. Genau dann ist das Modul am kältesten und liefert schon
Spannung.

Deshalb die Regel: **Leerlaufspannung bei der tiefsten erwarteten Temperatur
rechnen, dann noch 15 bis 25 Prozent Abstand zur Reglergrenze lassen.** Das
ist kein Sicherheitsdenken, das ist der Unterschied zwischen einem Regler, der
zehn Jahre hält, und einem, der im Februar stirbt.

## Wie man den Regler auswählt

**1. Reglerart entscheiden.**
PWM ist günstig und passt, wenn Modul und Batterie ähnliche Spannung haben und
der Ertrag nicht kritisch ist. MPPT lohnt ab etwa 100 Watt, bei Reihenschaltung
und immer dann, wenn der Platz auf dem Dach knapp ist — er holt aus demselben
Modul rund ein Drittel mehr.

**2. Ausgangsstrom prüfen.**

```
PWM:   I ≥ Kurzschlussstrom des Moduls (I_sc) × 1,25
MPPT:  I ≥ Modulleistung ÷ Batteriespannung × 1,25
```

Der Faktor 1,25 ist keine Willkür: Bei kalter, klarer Luft kann ein Modul
über seiner Nennleistung liefern.

**3. Eingangsspannung bei Kälte prüfen** — siehe oben. Das ist der Punkt, der
Geräte kostet.

**4. Bei mehreren Modulen: Reihe oder parallel?**
In Reihe addieren sich die Spannungen, parallel die Ströme. Reihe ist bei MPPT
meist besser (dünnere Kabel, weniger Verlust), verschärft aber Punkt 3. Bei
Teilverschattung — ein Ast, eine Dachluke — ist parallel im Vorteil, weil das
verschattete Modul die anderen nicht mit herunterzieht.

## Was auf dem Regler steht

| Angabe | Bedeutung |
|---|---|
| 10 A / 20 A / 30 A | Ladestrom zur Batterie, **nicht** Modulleistung |
| 12 V / 24 V auto | erkennt die Batteriespannung selbst |
| max. 100 V | höchste Eingangsspannung — hier zählt die kalte Leerlaufspannung |
| max. 260 W bei 12 V | Modulleistung, die er bei 12 V verarbeiten kann |

Die letzte Zeile ist die Falle bei MPPT-Reglern: Dieselbe Angabe verdoppelt
sich fast bei 24 Volt Batteriespannung, weil der Ausgangsstrom die Grenze
setzt, nicht die Leistung.

## Und wie viel Modul brauche ich überhaupt?

Das ist die Frage vor dieser hier — und sie hängt nicht am Regler, sondern am
Verbrauch. Der [Strombedarfsrechner](/strombedarf-berechnen/) rechnet aus, was
die Geräte an Bord am Tag ziehen, wie lange die Batterie das trägt und wie viel
Solarleistung nötig ist, um es nachzuladen. Mit Ertragswerten für Sommer,
Übergangszeit und Winter, weil der Unterschied den ganzen Aufbau bestimmt.

Steht die Modulleistung fest, kommt dieser Artikel dran. Und danach die
Leitung dorthin: Der [Kabelquerschnittsrechner](/kabelquerschnitt-berechnen/)
kennt für Solarleitungen die schärfere Vorgabe von 1,5 Prozent
Spannungsfall — Ertrag, der im Kabel bleibt, ist doppelt ärgerlich.

## Was hier nicht steht

- **Keine Reglerempfehlung.** Welches Gerät gut ist, hängt an Anlage und
  Geldbeutel, und die Marktlage ändert sich schneller als dieser Text.
- **Keine Angaben aus dem Datenblatt deines Moduls.** Leerlaufspannung,
  Kurzschlussstrom und Temperaturkoeffizient stehen dort — und nur dort. Wer
  sie schätzt, rechnet die falsche Anlage.
- **Keine Aussage zu Wechselrichtern und Batteriemanagement.** Das ist eine
  andere Baustelle.

Ich bin kein Elektriker; ich habe für den eigenen Ausbau nachgerechnet. Die
Formeln stehen oben, damit sie nachprüfbar sind. Bei Anlagen, die für
Versicherung oder Zulassung zählen, gehört eine Fachkraft dazu.

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Quelle: https://away4u.de/campervan/solarladeregler-berechnen-passt-der-regler-zum-modul/
Autor: Jörg Zeitler
Erschienen: 2023-02-19 · Stand: 2026-08-13